In seinem Gebet betonte Pastor Andy Hoth die Verantwortung jedes Einzelnen: „Du Gott des Friedens und der Liebe … wir bitten dich für alle, die Macht haben und Gewalt ausüben, dass sie Wege des Friedens finden.“
Nach den Recherchen von Mario Günther (Foto) fanden auf dem ehemaligen Soldatenfriedhof 28 Angehörige des Fliegerhorstes Pütnitz ihre letzte Ruhe. Ein großer Teil starb bei Ausbildungsflügen, weitere Soldaten durch Suizid.
Kränze der Stadt Ribnitz-Damgarten und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge – ein stilles Zeichen des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt.
Angesichts vergangener wie aktueller Kriege – von den Schlachtfeldern des 20. Jahrhunderts bis zu den Konflikten unserer Gegenwart – wurde deutlich, wie wichtig der Einsatz für Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Miteinander bleibt.
In den 1930er-Jahren erwarb die Stadt Damgarten das Gelände des jüdischen Friedhofs. Der Verkauf erfolgte in einer Zeit, in der jüdische Gemeinden bereits unter politischen und gesellschaftlichen Druck standen und vielfach gezwungen waren, Besitz aufzugeben. Mit dem Erwerb verschwand auch in Damgarten der jüdische Friedhof aus dem Stadtbild.
Auf dem Gelände des ehemaligen Soldatenfriedhofs, der vor 1945 als „Heldenfriedhof“ bekannt war, steht seit 2019 erneut ein Holzkreuz.
Ihr Sterben sei uns Mahnung.
Es gibt zwei Sammelgräber auf dem Alten Friedhof in Damgarten, die an Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge des Zweiten Weltkriegs aus den Ländern Sowjetunion, Polen, Frankreich und Dänemark erinnern.
Barther Spielmannzug
Barther Spielmannzug
Selbstgebastelte Laterne
Auf dem Gelände der Kita „Wirbelwind“
Fleißige Ehrenamtler beim Grillen
Barther Spielmannzug
Barther Spielmannzug
Ehrenamtlich dabei: 2 x Doris und Rainer
Freiwillige Feuerwehr Klockenhagen
Eingang Kita „Wirbelwind“
Friedrich Merz äußerte sich am 14. Oktober 2025 zur Migration – mit einer Wortwahl, die in Ton und Haltung stark an die Rhetorik der AfD erinnert:
„Bei der Migration sind wir sehr weit. Wir haben in dieser Bundesregierung die Zahlen August 24, August 25 im Vergleich um 60 Prozent nach unten gebracht, aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen. Das muss beibehalten werden, das ist in der Koalition verabredet.“
Diese Aussage hat mich nachdenklich gemacht. Wenn Politiker über das Stadtbild sprechen, scheinen sie oft Ordnung, Sicherheit und Statistik zu sehen – nicht das Leben dazwischen.
Doch ein Stadtbild besteht aus Menschen. Aus Begegnungen, Stimmen, Sprachen, Kunst, Livemusik, Gerüchen, Initiativen und Geschichten. Und jede und jeder – ob alteingesessen, zugezogen oder geflüchtet – kann etwas dazu beitragen, dass das Stadtbild lebt und nicht erstarrt.
Ein schönes Stadtbild lebt nicht von glatten Fassaden, schicken Neubauten oder Postkartenmotiven allein.
Es lebt von Menschen, die ihre Stadt lieben – die vor ihrer Haustür kehren, beim Flohmarkt mit anderen ins Gespräch kommen und dabei ein Lächeln hinterlassen.
Alte Mauern, Backstein, DDR-Bauten und Industriekultur erzählen Zeit(ge)schichten. Ja, ein Stadtbild darf Patina und Brüche zeigen, darf Ecken und Kanten haben.
Auch neue Ideen, die Raum bekommen – wie Bäume, die Schatten spenden, Nachbarschaften, die gemeinsam etwas gestalten, und Kinder, die spielen – machen den Reiz eines Viertels aus.
Schön ist eine Stadt, wenn Vergangenheit, Zukunft und verschiedene Kulturen nebeneinander und miteinander Platz finden. Wenn man zwischen Kopfsteinpflaster, Kirche, Marktplatz und Hafen spürt: Hier wohnt Leben – kein Stillstand!
Mein Beitrag zeigt Beobachtungen mit positiver Ausstrahlung – unaufgeregt, ehrlich und oft anders, als man es zu fühlen glaubt.
Ribnitz-Damgarten in der Einkaufsnacht (Fotos unten)
Mit seiner Aussage zum Stadtbild trägt Merz zu einem Klima bei, das rassistische Anfeindungen, Übergriffe und Spaltung weiter befeuert. Wo aber bleiben seine echten Ideen und Lösungen? Warum nicht Initiativen stärken, die Menschen einbeziehen – wie „Unsere Stadt soll schöner werden“ oder „Schönstes Dorf“? Solche Projekte leben davon, dass viele mitmachen – auch geflüchtete Menschen. Wenn Politik Mitmachen ermöglicht statt Misstrauen zu säen, wird das Stadtbild automatisch menschlicher.